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Wappen der Schwertbrüder Deutschlands
Remter
Link zur Ritterschaft vom Goldenen Greiff
Theutonia
Historisches Wappen von 1889

Der reformierte Zweig des ritterlichen Schwertbrüderordens in Deutschland wurde 1989 gestiftet. Er führt den Namenszusatz de Theutonia in seinen Siegeln und in seinem eingetragenen und registrierten Wappen. Er ist somit ein offizieller, aber nicht staatlich anerkannter Ritterorden, er ist kein eingetragener Verein und auch keine Spendengesellschaft. Er verfügt über Partikularrecht im Sinne der Ordensregel und seines Rechtswerks. Der Orden gliedert sich in eine freizugängliche Ritterschaft und in eine Ordensritterschaft mit reglementiertem Zugang.
Der Ausdruck Teutonia, sinngemäß für Gebiet der Teutonen; abgeleitet von germanischen theoda, dem Volk, war seit dem Frühmittelalter die lateinische Bezeichnung für das aus dem ostfränkischen Reich hervorgegangene Teutsche Reich. Die Teutonen, lat. Teutoni, griech. Teutones, waren nach römischen Quellen ein germanisches Volk der Antike, das ursprünglich im heutigen Jütland lebte. Die Teutonen wanderten um 120 v. Chr. gemeinsam mit den Kimbern aus Jütland aus und zogen bis nach Italien. Der aus griechischen und römischen Quellen überlieferte Name teutones oder teutoni lässt keine eindeutige Herkunft erkennen. Er könnte sowohl keltisch, als auch vorgermanisch sein. Gemäß den Schriften antiker Chronisten, zwang eine verheerende Sturmflut die Teutonen zum Verlassen ihres Siedlungsraumes. Als der Stamm der Kimbern um das Jahr 120 v. Chr. Jütland verließ, schlossen sich auch die Teutonen dem Zug an. Dieser führte die Stämme durch Germanien. Während die Kimbern nach Spanien zogen, blieben die Teutonen in Gallien. Erst zwei Jahre später vereinigten sie sich erneut zu einem gemeinsamen Angriff auf das Römische Reich. Dabei erlitten die Teutonen unter ihrem König Teutobod in der Schlacht von Aquae Sextiae im Jahre 102 v. Chr. eine vernichtende Niederlage. Nach der Schlacht werden die Teutonen in römischen Quellen nicht mehr genannt. Der Volksname Deutsche hat etymologisch keinen Bezug zum Begriff Teutonen. Deutsch geht, wie das italienische tedesco, auf das Althochdeutsche theodisk, oder diutisc, aus der germanischen Wurzel theoda für Volk oder Stamm zurück. Es bedeutete ursprünglich soviel wie zum Volk gehörig oder die Sprache des Volkes sprechend und wurde seit spätkarolingischer Zeit zur Bezeichnung der nicht-romanischsprechenden Bevölkerung Frankenreichs aber auch der Angelsachsen benutzt. Trotzdem wird der Begriff Teutonen bis heute mit Deutschen in Verbindung gebracht. Seit ihren ersten Siegen gegen römische Heere brachte man die Teutonen mit Furcht und Schrecken in Verbindung, sodass römische Historiker vom Furor Teutonicus sprachen. Im Mittelalter wurde der lateinische Ausdruck ordo theutonicorum oder später Ordo Teutonicus für den Deutschen Orden verwendet. Auch dort hat noch heute der Namen Teutonica in Verbindung mit den ehemaligen Landesherren des Deutschen Ordens, einen negativen, gewaltbehafteten Bezug. In der Neuzeit benannten sich Studentenverbindungen und Burschenschaften in Deutschland, gerne mit Teutonia als namenseignem Zusatz. Seit 1989 führt auch der Schwertbrüderorden in Deutschland diesen Zusatz, um eine institutionelle Abgrenzung zum 1561 säkularisierten Ordensstaat Livonia zu gewährleisten.
So wie das alte Ordensland der Schwertbrüder, Livland oder Livonia genannt, mit seinen ehemaligen Niederlassungen im heutigen Baltikum lag, so hat der reformierte Ordenszweig in Deutschland derzeit 3 Standorte im Bundesgebiet, so in München, Esslingen und Griesheim. Die Zeiten des ordenseigenen Grundbesitzes sind Vergangenheit, heute lebt der Orden in einer weltlichen Laienbrüderstruktur, ohne Pfründe und Monastische Abgeschiedenheit. Da sich das heutige Erscheinungsbild des ritterlichen Ordens erheblich von der Daseinsform und den Aufgaben des alten Ordens unterscheidet, wurde auch im Namen eine Kennzeichnung notwendig, um einen unseriösen Direktbezug zum ehemaligen Livländer Orden zu auszuschließen. Daher ersetzte die in Deutschland ansässige Ritterschaft im Zuge der Ordenstiftung den Namenszusatz de Livonia durch de Theutonia. Ungeachtet dessen besteht eine historische Verbindung zum Livländer Schwertbrüderorden, da Herkunftsverhältnisse aus dem früheren Pommern und Livland, ehemaliger Familienbesitz und die Abkommenschaft seit Jahrhunderten dort ansässiger Geschlechter, eine Brücke zur Vergangenheit darstellen. Die Ritterschaft und der Orden stehen andererseits nicht in der Tradition der 4 Baltischen Ritterschaften, führen auch keine Adelsmatrikel und betreuen, bzw. unterstützen keinerlei Einrichtungen in Gebieten des ehemaligen Grundbesitzes.

 

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